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Eichenwaller Brauchtum beim Essen und Trinken

Verfasst: Mi 5. Mär 2014, 23:42
von Eickhart
Ehre den Gast

"Der Herr zeigt seine besondere Würdigung eines Gastes dadurch, dass er ihn von seinem Becher kosten lässt. Dennoch geziemt es sich , jedem würdigen Gast auch einen eigenen Becher darzureichen und nicht, wie es früher Sitte war, die hohen Gäste alle aus einem Becher trinken zu lassen. So mag auch der Gast seine Würdigung zeigen, indem er den Gastgeber auch von seinem Becher kosten lässt."


Bei der gegenseitigen Verkostung teilt man nicht nur freundschaftlich das Getränk, sondern verringert auch das Risiko einer Vergiftung durch Gast oder Gastgeber.
In alten Tagen, so sagt man, war in Eichenwall das tönerne Geschirr so kostbar, dass man sich die Becher tatsächlich teilen musste. Der Gastgeber teilte seinen Becher natürlich nur mit guten Freunden und hohen Gästen.

Verfasst: Mi 5. Mär 2014, 23:42
von Anzeige

Re: Eichenwaller Brauchtum beim Essen und Trinken

Verfasst: Mi 5. Mär 2014, 23:51
von Eickhart
Der Tornhaimer isst nur, was er kennt!

"Es geziemt sich, dem Gaste nur Gutes aufzutragen, von dessen guter Herkunft man weiß. So ist es üblich, bei jedem Bier den Brauer oder bei jedem Schinken den Metzger oder gar noch den Schweinezüchter namentlich zu benennen. Somit werden auch die geehrt, die Gutes herstellen. Und alle sollen ihre Namen kennen und sich ihrer Erzeugnisse erfreuen! Doch wer Schlechtes herstellt, der soll seinen Namen nicht hören und bei ihm soll keiner mehr kaufen oder speisen!"


Da bei Waren aus fernen Landesteilen oder gar fremden Landen der Erzeuger fast nie genannt werden kann, erfinden die Eichenwaller bei gutem Erzeugnis einfach einen Namen. Dies dient nicht der Täuschung, sondern soll zeigen, dass irgendwer so gute Ware hergestellt hat, dass es sich lohnt seinen Namen zu nennen (oder sich die Mühe zu machen, einen zu erfinden). Erst wenn der Eichenwaller keinen Namen nennen und auch keinen erfinden will oder kann, sollte man sich Gedanken über die Qualität machen!
Teilweise reicht es heute schon, eine bestimmte Region benennen zu können. Besonders ausgeprägt ist dies in Tornhaim. Alles, was gut ist, wir als "tornhaimer" Ware bezeichnet. Sicherlich stammt tatsächlich vieles aus Tornhaim, aber trotz des guten Tornhaimer Weines, sucht man die Weinberge vergebens...